Julia Stierli

Wenig fehlte und Julia Stierli hätte mit der A-Nati an der Europameisterschaft in Holland teilgenommen. Erst beim letzten Kaderschnitt wurde sie nach Hause geschickt. Die Chancen stehen aber gut, dass sie schon bald ihr Debüt im Schweizer Dress geben wird.
Als in den vergangenen Wochen der Fokus der Schweizer Fussballwelt auf die Europameisterschaft der Frauen in Holland gerichtet war, verfolgte die Murianerin Julia Stierli das Geschehen aus einer speziellen Warte. War sie doch noch kurz zuvor ein ­Bestandteil des 27-köpfigen Nationalteams. Erst beim letzten Kaderschnitt wurde sie von Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg gestrichen. «Von fünf Spielerinnen mussten drei nach Hause gehen. Leider hat es mich dabei erwischt», sagt die 20-Jährige. Einerseits sei das Aufgebot eine Überraschung gewesen. Auf der anderen Seite habe sie sich im Geheimen etwas ausgerechnet, räumt sie ein.

«Eine positive Erfahrung»

Dennoch blickt sie positiv auf ihren ersten Auftritt in der A-Auswahl zurück: «Es waren eine super Erfahrung und sehr lehrreiche drei Wochen.» Dass Julia Stierli in diesem Jahr die Möglichkeit bekam, sich in der Nati zu präsentieren, ist keineswegs selbstverständlich. Musste sie sich doch vor rund 18 Monaten einer Hüftoperation unterziehen. Schritt für Schritt kämpfte sie sich danach wieder zurück. In der abgelaufenen Rückrunde avancierte sie bei ihrem Verein, dem FC Zürich, endgültig zur Stammspielerin. Belohnt wurde die Verteidigerin dafür mit dem Nati-Aufgebot. Zuvor absolvierte sie bei den Juniorinnen-Nationalauswahlen rund 30 Länderspiele. So betrachtet ist das Aufgebot bei den «Grossen» der logische Schritt einer noch jungen Karriere. Das erste Aufgebot soll aber nicht das Letzte gewesen sein. «Mein Ziel ist es, einmal ein fester Bestandteil der Mannschaft zu sein. Vorerst schaue ich aber, wie es weitergeht.» Ihre Hoffnung beruhe darin, dass es nach grossen Turnieren meist einen Umbruch gebe. Laut der Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, von der Stierli ein positives Feedback erhielt, soll sie in Zukunft eine weitere Chance erhalten, ihr Können auf internationaler Ebene zu zeigen.

Lesen Sie mehr im  «Freiämter» vom 3. August 2017