An der Gemeindeversammlung vom 17. November wurde seine Arbeit gewürdigt. Mehr noch: Paul Leu wurde für seine Dienste während 24 Jahren im Gemeinderat – davon 22 als Ammann – zum Ehrenbürger ernannt. Eine Auszeichnung, die vor ihm in Auw noch niemand erhalten hatte. Im Interview spricht Leu über guten Teamgeist, eine Heiligsprechung und ein Treffen mit Bundesrat Alain Berset.

Sie sind jetzt Ehrenbürger von Auw. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Paul Leu: Das freut mich natürlich sehr. Das Dorf honoriert offenbar meine Arbeit. Ich brauche mich zwar nicht mit Titeln zu schmücken, aber ich sehe es als grosse Wertschätzung. Schön war auch, dass so viele Leute an die letzte Gemeindeversammlung kamen. Sonst sind es jeweils so 80 oder 90, diesmal waren es 128. Die Musik hat extra aufgespielt, davon hatte ich keine Ahnung. Es war ein schöner Abend.

22 Jahre als Gemeindeammann haben Sie am 31. Dezember hinter sich. Hätten Sie je gedacht, dass Sie es so lange aushalten?
Sicher nicht. Als Gemeinderat habe ich gerne angefangen, aber das Ammann-Amt habe ich nicht gesucht. Es war mehr so, dass wir uns damals im Gremium so arrangiert haben, dass ich sagen konnte, unter diesen Voraussetzungen mache ich es. Ich hatte Respekt vor der Aufgabe, denn man wusste da schon, dass einige grosse Projekte bevorstehen.
Was hat Sie so lange im Amt gehalten?
Die Tätigkeit hat mir Freude bereitet. Die Zentrumsüberbauung mit Gemeindeverwaltung war die erste grosse Herausforderung. Dass wir das schaffen konnten, gab Genugtuung. Auch heute macht es noch Spass. Wir waren immer ein gutes Team im Gemeinderat, das etwas bewirken wollte. Das kommt mir entgegen, denn ich bin eher der Macher als der Verwalter. Dazu hat die Verwaltung ihren Teil immer beigetragen und uns unterstützt.

Sie arbeiten nach wie vor in einem 100-Prozent-Pensum. Wie zeitintensiv war Ihr Amt?
Es sind wohl so 20 bis 30 Prozent. Es ist sehr projektbezogen. Als zum Beispiel die Zentrumsüberbauung anstand, habe ich wohl mehr für die Gemeinde gearbeitet. Grundsätzlich konnte ich es gut mit meinem Beruf vereinbaren, da ich im Aussendienst arbeite und mein Büro zu Hause habe.

Welche Momente als Gemeindeammann bleiben Ihnen in besonderer Erinnerung?
Da gibt es viele.

Text und Bild Philipp Indermühle

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 1. Dezember 2017