Mit 176 zu 109 Stimmen hat die Gemeindeversammlung am 9. November «Ja» gesagt zu den Blockzeiten mit Schwimmunterricht. Einige Eltern wollen sich damit jedoch nicht abfinden und wehren sich gegen den «Zwang der Behörden».

«Die Organisation des Schwimmunterrichts in Ottenbach ist logistisch, wirtschaftlich und ökologisch nachteilig und unsinnig», bezieht die IG Pro Murianer Familie klar Stellung. Sie hat auf Facebook eine offene Gruppe erstellt und ein Argumentarium veröffentlicht.
In der Interessensgemeinschaft haben sich Eltern zusammengeschlossen, der Kern der Initianten besteht aus zehn Familien. Viele von ihnen haben Kinder, die von der Einführung der Blockzeiten mit Schwimmunterricht an der Unterstufe direkt betroffen sind. Oder eben betroffen wären. Denn den Beschluss der Gemeindeversammlung, die dem entsprechenden Traktandum am 9. November relativ deutlich zustimmte, wollen sie nicht akzeptieren. «Den Leuten war nicht klar, dass wenn sie das Paket ablehnen, die Chance besteht, zu einem späteren Zeitpunkt separat über die Blockzeiten abzustimmen», glaubt Petra Senger, welche die Facebook-Gruppe der IG erstellt hat. Auch habe man es verpasst, direkt an der Versammlung getrennte Abstimmungen zu verlangen.

Ihr Ziel und dasjenige ihrer Mitstreiter ist deshalb, dieses Versäumnis nachzuholen. Es soll eine spezifische Abstimmung über die Blockzeiten an der Unterstufe geben und eine über den Schwimmunterricht in Ottenbach. Damit es aber überhaupt soweit kommen kann, muss zunächst der Entscheid der Gemeindeversammlung von der Murianer Bevölkerung an der Urne umgestürzt werden. Und damit es wiederum zur Abstimmung kommen kann, braucht es die Unterschrift von fast 500 Stimmberechtigten, was den vorgeschriebenen zehn Prozent entspricht. Der Weg für die IG ist also noch lang. «Dessen sind wir uns bewusst, aber wir sind engagiert und optimistisch», sagt Senger im Namen der IG. Die Unterschriftensammlung hat letzten Samstag begonnen. Bis am 18. Dezember muss das Begehren eingereicht werden.
Mit gemischten Gefühlen nimmt die Gegenseite die Unterschriftensammlung auf. Grundsätzlich sei das Referendum ein demokratisches Recht und dagegen gäbe es nichts einzuwenden, meint Gemeinderätin Yvonne Leuppi. Mit Blick auf die geforderte getrennte Abstimmung kritisiert sie aber: «Man verspricht den Leuten etwas, das so nicht möglich ist.»

Text von Philipp Indermühle

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 24. November 2017