Der TV Muri legt mit dem zweiten Derbysieg in Folge eine Reifeprüfung ab. Die Wohler machten den Klosterdörflern aber das Leben so schwer wie möglich. Als die Partie zu kippen drohte, hatte Muri die passende Antwort.

Handball 1. Liga, Gruppe 2: TV Muri – Handball Wohlen 26:22 (15:12)

20 Minuten sind im mit grosser Spannung erwarteten Freiämter Derby gespielt. Muri führt mit fünf Toren. Die personell arg gebeutelten Wohler leisten nach einer starken Startphase kaum mehr Gegenwehr. Scheinbar emotionslos ergeben sie sich dem Tempospiel der Murianer. Diese lassen gar drei Möglichkeiten aus, auf sechs Längen davonzuziehen. Wohlen-Trainer Daniel Lehmann wird es zu bunt. Er ordnet ein Time-out an. Dieses verfehlt die Wirkung nicht. «Ich musste meine Leute wachrütteln. In dieser Phase waren wir ungeduldig und undiszipliniert. Das liegt in unserer aktuellen Situation nicht drin», begründete Lehmann die Massnahme.

Den Funken zu einem möglichen Umschwung zündet aber Torhüter Sascha Rudi. Wie auf Knopfdruck ist er hellwach. In den folgenden Minuten glänzt er mit fünf Paraden. Simon Eser nimmt die Vorlage an und verkürzt mit zwei Treffern innert 15 Sekunden auf 11:8. Muris Offensive ist in dieser Phase beinahe inexistent. Fehlschüsse und technische Fehler reihen sich ­aneinander. Bei Wohlen wittert man Morgenluft. Jetzt herrscht Derbystimmung pur. Die nördlichen Nachbarn glänzen nun mit den Routiniers Stierli, Galliker und Frey. Bei Muri rückt der Kreisläufer und Abwehrhüne Jerome Zucker mit Toren vom Kreis und starker Abwehrarbeit in den Fokus. «Da meldeten sich bei mir Bedenken. Wir hatten wohl das Gefühl, dass wir den Sieg locker nach Hause bringen würden. Das war aber ein Irrtum», sagte der vierfache Torschütze.

Text und Bild von Willi Steffen

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 24. Oktober 2017