Am Freitag steigt in Muri der 25. Schülertriathlon «Iron Girl/Boy». Was 1993 mit gerade mal 54 Teilnehmenden begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Grossanlass. Am Freitag werden über 300 Kinder und Jugendliche bei der Murianer Badi zu ihrem Triathlon starten. Begründer des Events ist Werner Schenker.

Der Mann scheint topfit zu sein, trotz seiner 65 Jahre. «Es geht mir gut, danke der Nachfrage», sagt er lächelnd und zieht sich zum Fototermin im Garten seines Einfamilienhauses sein Finisher-Shirt des Ironman Switzerland aus dem 2007 über. Die Textilie passt immer noch wie angegossen. Werner Schenker schaut nicht nur als neu gewählter Präsident des Tri Teams Muri zum Rechten in seinem Verein. Seit Ende der 1980er-Jahre ist der ehemalige Sinser Lehrer im Ausdauersport aktiv. Er hat unter anderen den Trans-Swiss-Triathlon absolviert, den Powerman-Duathlon in Zofingen und den Ironman-Triathlon Switzerland. Seiner Passion für den «Dreikampf» zu Wasser, auf dem Rennvelo und mit den Joggingschuhen ist es zu verdanken, dass am Freitag der bereits 25. Schülertriathlon Muri für Mädchen und Jungen durchgeführt wird.
«Es war eigentlich ganz einfach»
Zu Beginn der 1990er-Jahre sind Duathleten und Triathleten noch Exoten in der europäischen Sportszene. Es gibt schon damals die grossen internationalen Wettkämpfe – der Ironman Hawaii wurde beispielsweise bereits 1978 erstmals durchgeführt – einer breiten Schweizer Bevölkerung rückt die dreigeteilte Ausdauerprüfung allerdings erst zur Jahrtausendwende ins Bewusstsein. An den Olympischen Spielen 2000 gewinnt Brigitte McMahon für die Schweiz Triathlon-Gold (und wurde fünf Jahre später des Gebrauchs von EPO überführt). Bereits sieben Jahre vor McMahons Sieg starten 54 Kinder und Jugendliche zum ersten Schülertriathlon im Murianer Schwimmbad. «In meiner damaligen Funktion als Lehrer organisierte ich diesen Wettkampf im Rahmen des Schulsports», blickt Schenker zurück. Nach 500 Metern Schwimmen im Bassin geht es per Velo die 13 Kilometer nach Sins und von dort auf die abschliessende 3000 Meter lange Laufstrecke. «Es war eigentlich ganz einfach», schmunzelt Schenker, «damals brauchte ich nur drei Sachen: eine Idee und zwei Stoppuhren.» Im folgenden Frühling 1994 darf Lehrer Schenker erstmals zehn Jugendliche im Rahmen des freiwilligen Schulsports zu einem Triathlontraining begrüssen. «Das war sozusagen die Geburtsstunde des Tri Teams Muri», blickt er zurück.

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 29. August 2017