Der Verband Aargauer Friedensrichter (VAF) warnt vor dem neuesten Reformvorhaben. Der Kanton lässt die «Professiona-lisierung und Regionalisierung der Schlichtungsbehörden» extern prüfen. Grund genug für ein Treffen mit den drei Friedensrichtern des Bezirks Muri.

«Ein Friedensrichter setzt sich mit zwei Parteien an einen Tisch und versucht, die beiden im Gespräch an ein Ziel zu führen», so umschreibt der leitende Friedensrichter des Bezirks, Thomas Bühlmann, seine Aufgabe und diejenige seiner Kollegen. Friedensrichter sind eigentliche Vermittler, müssen gut zuhören und die zerstrittenen Parteien zu Wort kommen lassen. An jenem Abend im Redaktionsbüro sollen aber für einmal die Friedensrichter des Bezirks erzählen. Am Tisch sitzen drei Männer, unterschiedlich in Alter, Statur und Auftreten. Der eine ist hauptberuflich Banker, der andere Kundenberater bei den SBB und der dritte Pensionär. Menschen, wie sie einem täglich auf der Strasse begegnen. Eine juristische Ausbildung hat keiner genossen. Dennoch hat jeder von ihnen während mindestens fünf Jahren Amtszeit zahlreiche Streitfälle lösen können. Noch bevor sich ein Gericht damit befassen musste. «Wir sind die erste Stufe davor», erklärt Rolf Leu. In den allermeisten Fällen geht es um Geldforderungen, aber auch Streitigkeiten unter Nachbarn nehmen zu. «Wir sind unter anderem dazu da, um die Gerichte zu entlasten.»

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