Seit rund einem halben Jahr wird auf dem Areal Perron West/Gleis 61 aktiv kontrolliert
Die Parkplatz-Situation bei der Überbauung Perron West ist für die Geschäfte unbefriedigend. «Fremdparkierer» sollen nun mit Zahlungsaufforderungen hinter dem Scheibenwischer vertrieben werden. Doch damit wird auch Kundschaft verärgert.

Es sollte ein gemütlicher Abend in einem vor kurzem neu eröffneten Restaurant beim Bahnhof Muri werden. Das Ende ist dann aber sehr unschön. Grund dafür ist ein Zettel, der bei der Rückkehr zum Auto hinter dem Scheibenwischer klemmt. Eine «Umtriebsentschädigung» von 50 Franken wird darin gefordert. Zahlbar innert 20 Tagen. Trifft das Geld nicht ein, «erfolgt eine Verzeigung an die Regionalpolizei Muri», wie es auf dem Blatt mit Einzahlungsschein weiter heisst. Was ist passiert? Meine Frau und ich hatten auf den Besucherparkplätzen des «Perron West» parkiert und um zirka 20.30 Uhr die Gebühr für eine Stunde bezahlt. Um Punkt 21.32 Uhr wurde die «Busse» ausgestellt.
Unzufriedene Geschäftsinhaber
So oder ähnlich muss es in den letzten Monaten einigen Besuchern ergangen sein. Denn seit rund einem halben Jahr wird im Innenhof des Areals gröberes Geschütz aufgefahren. «Die Geschäftsinhaber waren unzufrieden», erklärt Erich Thalmann von der gleichnamigen Consulting-Firma. Sie lässt die Umtriegsentschädigung im Auftrag der STWEG Perron West/Gleis 61 ausstellen.
Volle Parkplätze und leere Geschäfte. Diese Situation bemängelten viele Ladenbesitzer auf dem Neubau-Areal beim Bahnhof. Schuld daran ist einerseits die geringe Anzahl an Parkmöglichkeiten im Innenhof. Andrerseits verschärfen unverfrorene Automobilisten die Problematik, indem sie ihr Fahrzeug auf einem der 14 zentrumsnahen Parkplätze abstellen, ohne Anwohner oder Geschäfte der Überbauung zu besuchen. «Es gab sogar Leute, die ihren Wagen dort parkierten und dann am Bahnhof den Zug bestiegen», erzählt Erich Thalmann weiter. Er weiss auch von Fällen, in denen jemand von dort aus zu Fuss in den Muripark zum Einkaufen ging – natürlich ohne die Gebühr zu bezahlen. So fanden diejenigen, welche die Läden vor Ort besuchen wollten, häufig keine Parkplätze mehr.

Text und Bild von Philipp Indermühle

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 27. Oktober 2017