Die Zürcher Symphoniker unter Dirigent Mario Beretta haben ein von Murikultur erstmals programmiertes Neujahrskonzert gestaltet. In einem nahezu voll besetzten Festsaal feierte das Publikum die junge Zürcher Violinistin Elea Nick frenetisch.

Mario Beretta hatte mit seinen Zürcher Symphonikern drei Werke von hohem technischem Schwierigkeitsgrad ausgesucht. Das 1981 gegründete Orchester eröffnete den Abend mit der Symphonie Nr. 1 g-Moll op. 13 «Winterträume» von Peter Jljitsch Tschaikowsky (1840 bis 1893).
Traum einer Winterreise
Gleich im 1. Satz mit der Tempomarkierung Allegro tranquillo, im 2/4-Takt und in der Tonart g-Moll gesetzt, interpretierte das Orchester die Idee des Komponisten vom «Traum von einer Winterreise», wie der Satz überschrieben ist, in einfühlsamer Weise.
Der 2. Satz, das im 4/4-Takt und in der Tonart Es-Dur gesetzte Adagio cantabile, ma non tanto, ist mit «Land der Öde, Land der Nebel» überschrieben. Wirkungsvoll umrahmten die gedämpften Streicher ein sanftes Thema. Sehnsuchtsvoll wirkte die Oboenmelodie, die das eigentliche Hauptthema darstellt. Höhepunkt des Adagios war die letzte Wiederkehr des B-Themas in den Hörnern, ehe die Wiederaufnahme des Streicherthemas den Satz ruhig ausklingen liess.
Im 3. Satz, Allegro scherzando giocoso, im 3/8-Takt und in der Tonart c-Moll gesetzt, erfreuten die Zürcher Symphoniker mit einem beschwingt interpretierten Trio-Mittelteil, mit dem Tschaikowsky seinen ersten Orchesterwalzer komponiert hatte. Im 4. Satz, mit Andante lugubre – Allegro moderato – Allegro maestoso überschrieben, gestaltete das Orchester die düstere Moll-Einleitung sehr prägnant. Gesetzt im 2/2-Takt und in der Tonart g-Moll/G-Dur, wurde das Tempo dieses Satzes aber alsbald beschleunigt, worauf das Ensemble fröhlich-markant das G-Dur-Hauptthema erklingen liess.

Text und Bild Thomas Kron

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 9. Januar