OK-Präsidentin Bettina Erni

In einer Woche fällt der Startschuss zu den muri nights 2017. OK-Präsidentin Bettina Erni bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter mitspielt. Alles andere ist, wie immer, gut vorbereitet. Dass es so oder so wieder ein tolles Festival wird, ist sich die Film-Enthusiastin sicher.

Die Atmosphäre sei einfach immer top: «Bei hitzigen Temperaturen hilft ein Sprung in den Klosterbrunnen und bei strömendem Regen entwickeln die Besucher eine wunderbare, trotzig-tolle Feststimmung. Leider hält unsicheres Wetter die Leute davon ab, überhaupt herzukommen, dabei spielt es eigentlich gar keine Rolle.» Dieses Jahr versucht das OK, die Besucher durch starke Acts am Programmanfang früher aufs Gelände zu locken und damit länger betreuen zu dürfen. «So können alle vom vielseitigen kulinarischen Angebot profitieren, auch Vegetarier kommen dabei auf ihre Rechnung», erklärt Bettina Erni, die auch für die Finanzen zuständig ist.

Schon als Teenager im Filmklub

Doch was bringt eine junge Frau dazu, sich einer derartigen Verantwortung zu stellen und einen solchen Anlass zu orchestrieren? In Muri aufgewachsen, wurde sie schon als Fünfzehnjährige Mitglied des Filmklubs und ist dort Teil der Programmkommission. «Die Arbeit im Team funktioniert gut, die Verantwortung verteilt sich auf alle gleichmässig. Das OK für die muri nights besteht zwar nur aus vier Personen, aber an der Umsetzung ist der ganze Filmklub Muri beteiligt», erklärt die 27-Jährige. «Ich war erst für den Vorverkauf zuständig und bin dann vor drei Jahren dem OK beigetreten. Es sind auch schöne Aufgaben, zwar viel Vorbereitung, aber am Anlass selber habe ich mehr Zeit für die Gäste und die Künstler.»
Die Organisation der muri nights ist ein rechter Brocken. «Man kann sich nicht vorstellen, was es alles abzuklären gibt und für was alles Bewilligungen einzuholen sind. Nur schon allein um den Klosterhof benützen zu dürfen, muss ein Prozedere durchlaufen werden, das man erst mal kennen muss», lacht sie. Die Motivation für diesen ausserordentlichen Einsatz bezieht Bettina Erni aus ihrer Leidenschaft für Filme und für Unterhaltung allgemein. «Als Ausgleich zum Arbeitsalltag mache ich keinen Sport», betont sie, «ich mag Genuss, ein gutes Essen, einen Film oder eine schöne Veranstaltung. Kurz: ich liebe es, etwas Gutes zu konsumieren.» Umso verständlicher, wenn man weiss, dass sie sich beruflich um jene kümmert, die gerade nicht auf der Sonnenseite stehen.

Beruflich im Gesundheitswesen

Nach ihrer Ausbildung als Fachfrau Gesundheit in der Pflegi Muri schloss Erni eine vierjährige Ausbildung an der Berner Fachhochschule zur Ernährungsberaterin ab. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann Ramon in Baar und arbeitet in einem 80 Prozent Pensum an der Rehaklinik Adelheid in Unterägeri. Dort unterstützt sie Patienten, die krankheitsbedingt ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen. Eine nicht immer einfache Aufgabe. «Die Aufklärung und Beratung während des Klinikaufenthalts ist das eine, wie die Patienten langfristig mit ihrer Situation umgehen, liegt in ihren Händen. Ich bin aber immer wieder tief beeindruckt, mit welchen Kampfgeist sie sich ihren Herausforderungen stellen», hält sie fest.

muri nights und andere Festivals

Ausser Film und Musik geht sie keinen weiteren Hobbies nach. Das genügt auch, denn das Kino- und Konzertangebot ist riesig. Dieses Jahr wird man Bettina Erni sicher noch auf dem Heiteren in Zofingen antreffen und auch bei den Festivals in der Umgebung möchte sie vorbeischauen. «Das ‹Festival Forum› ist ein Netzwerk für nicht-kommerziell ausgerichtete Festivals im Kanton Aargau, dem wir auch angehören. Bei unseren Partner-Openairs möchte ich nicht nur wegen der Acts hin, sondern auch um zu sehen, wie die es so machen.» Und Mitte August geht sie wie jedes Jahr mit einer Gruppe des Filmklubs ans Filmfestival Locarno. Kinobetreiber können dort die neusten Filme anschauen für die Programmplanung. Das heisst, fünf Filme tagsüber plus zwei abendliche Zuschauerfilme auf der Piazza begutachten und das vier, fünf Tage lang. Für Bettina Erni genussvolle Tage ohne Ende.