Pirmin Breu zieht mit seinem Atelier von Muri nach Wohlen. Der Murianer Kunstschaffende Pirmin Breu hat ernüchternde Erfahrungen gemacht. Auf der Suche nach einem neuen Atelier hat er festgestellt, dass auch im Freiamt kostengünstige Räume, wo sich Inspiration und Kunst entfalten können, weniger werden.

Im 70 Quadratmeter grossen Atelier im nördlichen Teil der Fremo-Liegenschaft herrscht kreatives Chaos. Bilder, Skulpturen, Spraydosen, Hilfsmaterial und ein nicht mehr fabrikneues Sofa beherrschen die Szene. Hier war Pirmin Breu während der vergangenen zwei Jahre tätig. In den kommenden Wochen wird er von Muri nach Wohlen umziehen, da dieser Gebäudeteil der Fremo bald einem Neubau weichen muss.
Weil das Mietverhältnis an der Aarauerstrasse von Beginn weg befristet war, blieb der Gestalter und Künstler nicht untätig. «Schon bei meinem Einzug hielt ich die Augen und Ohren offen. Ich wusste, dass es heute nicht mehr so einfach ist, ein Atelier zu finden, in dem ich ankommen und meinem Schaffen eine langfristige Perspektive geben kann.» Mit dieser Ahnung sollte er recht behalten.
Rendite rückt in den Vordergrund
Die Suche gestaltete sich schwierig. Was für Agglomerationen wie Zürich oder Luzern gilt, ist unterdessen auch im Freiamt von einer gewissen Tragweite: «Als Kunstschaffender ist es nicht mehr einfach, ein Atelier zu finden, welches preiswert ist und inspirierend wirken kann», stellt Pirmin Breu fest. Bei den meisten Mietobjekten handle es sich entweder um Neubauten oder um renovierte und sanierte Räumlichkeiten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Mietzinsen. «Wenn man kein geregeltes Einkommen hat, ist es schwer abzuschätzen, welche Zinsbelastung verkraftbar ist.»
Mehr Sorgen bereitet dem in Muri aufgewachsenen Pirmin Breu der kreative Aspekt: «Alte Fabrikräume, welche mit ihrer Architektur an vergangene Epochen erinnern und tausend Geschichten von damals erzählen könnten, gibt es fast nicht mehr.» Was wichtig wäre, denn eine solche Umgebung wirke sich günstig auf die künstlerische Inspiration und Kreativität aus.

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 8. September 2017