25 Sänger unter der Leitung von Hannah Meret Lindner boten ein abwechslungsreiches Konzertprogramm in Boswil
«Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder» sagt der Volksmund. Das dachten sicher auch die Verantwortlichen des Bosmeler Kulturvereins, als sie zusammen mit dem Gemeinderat den Wirtechor Bremgarten zum Neujahrsempfang in der Alten Kirche Boswil einluden.

Dass es sich bei den «Forellen Variationen» nicht um eine kulinarische Köstlichkeit handelt, sondern um eine Gesangseinlage des Wirtechors Bremgarten war aus dem Programm ersichtlich. Es war jedoch «Weinland», themengerecht für einen Wirtechor, mit dem die rund 25 Sänger, unter Leitung von Hannah Meret Lindner, das Konzertprogramm eröffneten. Othmar Stöckli, Präsident des Kulturvereins, begrüsste den Chor, die zahlreichen Gäste sowie Behördenmitglieder und Neuzuzüger. Er dankte den Verantwortlichen des Künstlerhauses, dass der Neujahrsempfang trotz grosser Auslastung in der Alten Kirche realisiert werden konnte.
Das dürfte auch die Sänger gefreut haben. Denn «La Montanara», «La fanfare du printemps» und die erwähnte «Forellen-Variationen» erklangen im Raum der Alten Kirche in Perfektion. Die vollen Stimmen wurden auf dem Flügel von Ivan Horvatic begleitet. In einem Zwischenspiel als Solist konnte er sein wirkliches Können ausspielen: Mit zwei virtuosen Stücken von Georg Gershwin und Wolfgang Amadeus Mozart verzauberte er die Zuhörer.
Singen und «Chillen»
«Singen macht Freude und mit Freude lebt es sich besser», begrüsste Gemeindeammann Michi Weber die Gäste und speziell die Heimweh-Bosmeler. «Ein neues Jahr – man schaut zurück und erinnert sich an noch nicht erledigte Dinge», sinnierte er. Man erinnert sich aber auch an Erfreuliches. Zusammen mit dem Gemeinderat habe er im vergangenen Jahr die 80er- und 90er-Jubilare besucht und mit ihnen Gespräche geführt. Immer habe er dabei die Freude der Besuchten gespürt. Mehrmals brauchte er dann in seinen weiteren Ausführungen das Wort «chillen», dessen Bedeutung in der Zwischenzeit auch die älteren Semester kennen dürften.
Die weiteren Titel des Wirtechores verführten zum Mitsingen, waren es doch bekannte Evergreens (Capri Fischer) oder ein Hit von DJ Ötzi (Ein Stern, der deinen Namen trägt). Mit einem Studentenlied und der «Zecherweisheit» als Zugabe (Ergreift das Glas und stosset an), fand die Dirigentin den perfekten Abschluss und Übergang zum Apéro im Foyer.
Was wünscht man sich für 2018?
Bei dieser Gelegenheit versuchte der «Freiämter» bei den Gästen den Puls zu fühlen, betreffend Wünschen und Zielen für 2018. Die nicht ganz repräsentative Umfrage ergab ein einheitliches Bild: Weniger rauchen, mehr Sport? Nein – Vorsätze sind out! «Wie kommt der Mensch zu Glück?» fragt sich Othmar Müller, Aktuar im Kulturverein. «Mehr Gelassenheit, Entschleunigen, gesellschaftliche und soziale Kontakte und eben ‹chillen› wie es vom Gemeindeammann propagiert wurde». Das unterstützen auch die Heimweh-Bosmeler Isabelle und Armin Notter, die mit grosser Verbundenheit zu Boswil regelmässig an kulturellen Anlässen teilnehmen. Der Mann an der Theke, Vizepräsident Traugi Keller, freute sich vorerst einmal über den Abend: «Das war eindeutig der erfolgreichste Neujahrsempfang – sei es aufgrund der gediegenen Atmosphäre der Alten Kirche oder dank dem Wirtechor», sagte er und servierte ein weiteres Glas Rotwein.

Text und Bild Richard Gähwiler

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 9. Januar