Die Serie «Mini Lehr als»… stellt diesmal «FaGe» Sarah Schaller aus Muri vor. «FaGe» ist das Kürzel für die Ausbildung Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ. Vor allem bei den jungen Frauen ist diese Berufswahl beliebt. Sarah Schaller ist im zweiten von drei Lehr­jahren in der pfegimuri und berichtet über ihre Erfahrungen.

«Einmal brauche ich die Hilfe vielleicht auch», antwortet Sarah auf die Frage, warum sie gerne mit älteren, pflegebedürftigen Menschen arbeitet. In der Sekundarschule schnupperte sie als medizinische Praxisassistentin und als Fachfrau Gesundheit im Spital Muri. Dass sie sich für eine Ausbildung in der pflegi entschied, hatte mit der Dauer der Betreuung zu tun: «Die Spitalaufenthalte sollen ja möglichst kurz sein. Mir gefällt es, zu den Bewohnern hier eine Beziehung aufzubauen.» Lachend ergänzt sie: «Ausserdem hätte ich mir im Spital irgendwie nicht vorstellen können, Gleichaltrige zu pflegen. Und das pflegi-Team hat mich so herzlich aufgenommen, dass mir die Wahl leichtfiel.»

Die pflegimuri ist ein Heim für Übergangs- und Langzeitpflege, seit 1909 im geschichtsträchtigen Gemäuer des Benediktinerklosters in Muri beheimatet. Sarah arbeitet dort in drei verschiedenen Tagesschichten, die Spät- und die Nachtschicht gehören noch nicht dazu. Die Pflege und Betreuung der Bewohner steht im Mittelpunkt von Sarahs Tätigkeit. Der Arbeitstag ist getaktet von den Rapportsitzungen, die bei den Schichtübergängen den Informationsfluss gewährleisten.

Morgens dreht sich alles ums Aufstehen, die Körperpflege und das Anziehen. Gesundheitschecks mit Blutzucker- oder Blutdruckmessungen gehören genauso dazu wie die Hilfe beim Frühstücken. Sarah erklärt: «Die Selbstbestimmung ist uns ein wichtiges Anliegen. Wer nicht aufstehen mag, der darf noch etwas liegen bleiben. Wer lieber erst am Nachmittag unter die Dusche möchte, der kann das auch. Wo immer möglich, versuchen wir, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.» Nach dem Mittagessen stehen den Bewohnern verschiedene Aktivitäten offen, bei denen Sarah auf Wunsch teilnimmt und unterstützt. Manchmal ist es auch einfach nur ein Kaffeekränzchen mit einem netten Gespräch.

Text und Bild Silvia Langenbacher

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 1. Dezember 2017