Text und Bilder: Jens Howoldt

Der Naturschutzverein Muri und Umgebung (NAMU), geführt von Josef Fischer und der Wissenschaftlerin und Bryologin Dr. Heike Hofmann, lud zu einer Expedition über die gefährdete Bodenpflanze «Buntes Birnmoos» ein. Zwei Dutzend Interessierte trafen sich im Naturschutzgebiet in Rottenschwil.

In der Schweiz gibt es 1100 Moosarten. 300 davon sind wissenschaftlich beschrieben. Nur zehn Wissenschaftler, vom Bundesamt für Umwelt angestellt, setzen sich damit auseinander. Dazu gehört die Bryologin Heike Hofmann. Sie sammeln über Jahre Daten, nicht nur in Naturschutzgebieten, verfolgen die Vorkommen und forschen nach Ursachen, warum Moose an einem Ort gedeihen und dennoch wieder dort verschwinden. Dies ist noch heute ein Rätsel.
Moos hat die Fähigkeit, das Vier- bis Fünffache seines Trockengewichtes an Wasser aufzunehmen. Das Moos hat die Hauptaufgabe, den Feuchtigkeitshaushalt in der Umgebung zu regulieren. Die Nässe wird von Nebel und Regen aufgenommen, nicht aber über den Boden, wie dies Bäume oder Blumen tun. Auch jahrelange Trockenheit zerstört die Moose nicht. Die Formen könnten unterschiedlicher nicht sein. Spitzig, sternförmig, rund, kugelförmig, becherförmig, kapselförmig, tellerförmig; die Vielfalt ist endlos und der Zustand ändert laufend während des Entwicklungsprozesses.

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 29. September 2017