Vor 13 Jahren wurde Cornel Villiger durch einen schweren Unfall querschnittsgelähmt. Trotzdem verlor er nie seinen Optimismus. Heute ist er erfolgreicher Rollstuhlsportler und Familienvater.
«Der Pfeilbogen war so richtig gespannt», sagt Cornel Villiger. «Ich hatte einen zehn Monate alten Sohn zu Hause, eine berufliche Karriere vor Augen und ein Hausbau stand an.» Dann ereignete sich der Unfall, der sein Leben komplett auf den Kopf stellen würde. Im Sommer 2004 rutschte Villiger mit seinem Motorrad auf einer Öllache aus. Die Ärzte diagnostizierten Paraplegie, also Querschnittlähmung. Ein Schicksalsschlag, der womöglich viele andere in ein Loch gerissen hätte, nicht aber Villiger. «Für mich war es gar keine Frage, ob ich den Kopf wieder hebe oder ob eine Welt zusammenfällt, denn ich wusste, mindestens mein kleiner Sohn wartet auf mich.» Villiger rappelte sich auf. Aufgeben war nie eine Option. «Schon auf der Intensivstation habe ich mir ausgemalt, wie es mit der Familie, dem Beruf, dem Haus und dem Sport weitergeht», sagt er. Die nötige Kraft dazu gab ihm das familiäre Umfeld, auf das er immer grössten Wert legte: «Man muss immer irgendwo seine Wurzeln behalten, denn genau in solchen Momenten bekommst du die Quittung von deinem vorherigen Leben präsentiert», formuliert er es.

Text/Bild: Yannick Fischer

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 20. Oktober 2017