Monvia schliesst das Gesundheitszentrum Muri – rund 4500 Patientinnen und Patienten müssen sich neue Hausärzte suchen. CEO Patricia Kellerhals erläutert, wie es dazu kam, was dies für die Monvia-Kunden bedeutet, und wie sich die Situation für die Mitarbeitenden präsentiert.
Sie macht kein Geheimnis daraus: «Wir sind überrascht worden. Wir kennen den Zulassungstopp national, und wir kennen ihn in mehreren Kantonen, wo wir tätig sind. Aber so absolut, wie die Massnahme für Hausärzte jetzt im Kanton Aargau umgesetzt wird, kennen wir dies aus keinem anderen Kanton», sagt Dr. med. MBA Patricia Kellerhals, CEO der Monvia AG, im Gespräch. Für die ­Region Freiamt sei es grundsätzlich schwierig, überhaupt Ärzte zu finden. Der Zulassungsstopp verschärfe die Problematik noch zusätzlich. «Weil wir in den kommenden 12 bis 18 Monaten keine Lockerung dieser Massnahme erwarten, können wir die Praxis in Muri nicht weiterführen.»

Patricia Kellerhals betont, dass Monvia lobbyiert habe, um für das Freiamt eine Ausnahmebewilligung zu erreichen, wie man diese in anderen Kantonen kenne. Das Unternehmen zeigte gegenüber dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS) auf, wie sich die Versorgung mit Hausärzten pro 1000 Einwohner in den einzelnen Regionen präsentiert und dass sich im Vergleich für das Freiamt bei steigender Einwohnerzahl eine Schere öffnet. Es sei jedoch nicht gelungen, den Kanton von der Notwendigkeit zu überzeugen, in Pension gehende oder abwandernde Ärzte wenigstens teilweise zu ersetzen.
Andere Kantone kennen Ausnahmeregelungen für alle Fachrichtungen, nicht so der Aargau. Ob der ­Departementswechsel von Susanne Hochuli zu Franziska Roth die Situation zusätzlich erschwert, will Patricia Kellerhals nicht kommentieren. Nur so viel: «Die Steuerung, die sich die Politik wünscht, wäre mit einer Ausnahmeregelung weiterhin möglich und könnte den Schaden für das Freiamt minimieren.»

Text/Foto: Thomas Kron

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 6. Oktober 2017