Der Regierungsrat hat sich beim Standortkonzept der Kantonspolizei (KAPO 2020) festgelegt. Dabei fiel die Wahl im Freiamt und im Wynental auf die kantonseigenen Gebäude in Muri und Unterkulm.

Die Gemeinde Muri hat das Werben um den Standort für das Freiamt für sich entschieden. Bremgarten und Wohlen hatten sich ebenfalls darum bemüht, diese Standorte werden jedoch mit dem Auslaufen bestehender Verträge geschlossen.
In Wohlen hatte man mit der höheren Bevölkerungsdichte in der Region argumentiert. Der Regierungsrat betont in einer Mitteilung an die Medien, dass die Handlungsfreiheit für die proaktive Verhinderung und Aufklärung von Straftaten primär durch eine Verstärkung der mobilen Präsenz erreicht werden soll. Der Standort der Büroräumlichkeiten wäre demzufolge weniger entscheidend.

Reduktion von 17 auf 9 Posten

Damit die erforderlichen Polizistinnen und Polizisten für die zusätzlichen Patrouillen zur Verfügung stehen, muss die bisherige Zahl von 17 Posten der Kantonspolizei reduziert werden. Nach einer Anhörung der Gemeinden und der Regionalpolizeien beschloss der Regierungsrat Ende November 2016 die Schaffung von neun leistungsstarken Stützpunkten. Nach Besprechungen mit Vertretungen der Gemeinden und Regionalpolizeien der Regionen Freiamt, Wynental und Zurzibiet hat der Regierungsrat nun auch die letzten noch offenen Entscheide zum Standortkonzept gefällt. Unter anderem zu Gunsten von Muri.
Im Vordergrund dürften vor allem finanzielle Überlegungen gestanden haben, wie auch der Mitteilung der Kantonsregierung zu entnehmen ist: «Massgebend waren im Weiteren, dass mit der Unterbringung in bestehenden, kantonseigenen Gebäuden erhebliche Kosteneinsparungen möglich sind». Der Regierungsrat hat ausserdem berücksichtigt, dass die Stützpunkte im mobilen Einsatzkonzept von KAPO 2020 vor allem die Funktion von logistischen Basen für die Patrouillen haben. Die Patrouillen rücken bei Ereignissen in der Regel nicht ab dem Stützpunkt aus, sondern sind bereits im Einsatzraum der Stützpunktregion unterwegs und werden von dort an den Ereignisort beordert.

Kosten als wichtiges Kriterium

Die Kantonspolizei will der unterschiedlichen Sicherheits- und Kriminalitätslage in den Einsatzregionen durch eine entsprechende Schwergewichtsbildung in der Patrouillenpräsenz Rechnung tragen.
Der Murianer CVP-Grossrat Herbert Strebel findet den Entscheid richtig, auch wenn er dafür einstand, dass jeder Bezirk einen eigenen Posten haben sollte. Ende ­August letzten Jahres hatte er beim ­Regierungsrat eine Interpellation eingereicht. «Ich bin erfreut und überzeugt, dass diese auch einen kleinen Teil zur positiven Entscheidung beigetragen hat», hält er fest. Bei seinen Fragen an die Regierung hatte er die künftigen Kosten in den Mittelpunkt gestellt.

«Kein Verständnis» in Wohlen

In Wohlen reagiert man derweil mit Unverständnis. «Kurzfristig werden weniger Kosten anfallen. Ob dies in der langfristigen Betrachtung auch zutreffen wird, wird sich noch ­zeigen», teilt die Gemeinde Wohlen mit. Sie kritisiert, dass der Beschluss der Finanzpolitik untergeordnet wurde. «Der Standortentscheid lässt sich weder sachlich noch politisch begründen und der Gemeinderat Wohlen hat kein Verständnis dafür.»
Das Amtshaus in Muri ist mit ­diesem Entscheid auf weitere Sicht als Polizeistandort gesichert. Selbst wenn die Regionalpolizei in Zukunft ausziehen würde.