Im Ernstfall gefährliche Sensationsgier, an der Feuerwehrhauptübung erwünscht. Die Merenschwander können sich auf ihre Feuerwehrleute verlassen. An der jährlichen Hauptübung letzten Samstag zeigten die Rettungsprofis ihr Können.

Kühl und neblig ist es am Samstagmorgen in Merenschwand. Die Einwohner des Dorfes lassen sich davon nicht abhalten und versammeln sich in grosser Zahl vor einem Wohnhaus an der Zürichstrasse. Unter ihnen auch Felix. Mit seiner Kamera steht er bereit, um das bevorstehende Ereignis zu dokumentieren. Zusammen mit anderen Brandopfern wartet seine Freundin im Haus darauf, gerettet zu werden. Mit unangebrachter Schaulust hat das nichts zu tun, denn das Ganze ist nur gespielt für die Hauptübung der Feuerwehr Merenschwand.
Genug Nachwuchs
Verletzt ist seine Freundin aber tatsächlich. Da sie sich das Handgelenk gebrochen hat, konnte sie nicht als Retterin an der Übung teilnehmen, sondern spielte stattdessen die Opferrolle. Sie ist ganz frisch bei der Feuerwehr und wartet noch auf ihre Einteilung. Probleme, neuen Nachwuchs zu finden, scheint die Brandwache Merenschwand nicht zu haben. Acht Eintritte und drei Austritte verzeichnete Hauptmann Felix Fischer. Gut ein Viertel der neunundachzig Mann – beziehungsweise Frau – starken Truppe ist weiblich. So auch die Übungsleiterin Nadia Fischer.
Geschäftig wie Ameisen
Aufmerksam beobachtet sie das Geschehen während der Übung, um schliesslich an der Übungsbesprechung ein fundiertes Feedback abzugeben. Neben kleinen Verbesserungsvorschlägen hat sie viel Lob übrig für ihre Kameraden. Denn sie verstehen ihr Handwerk, jeder führt die ihm zugeteilte Aufgabe aus. Ein wenig wie in einem Ameisenstaat: Bald sieht man nur noch emsige Geschäftigkeit, die für den Aussenstehenden etwas chaotisch wirkt. Übungsleiterin Fischer kommentiert das Treiben und macht es so für die Zuschauer verständlich.

Text und Bild von Timo Bachmann

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 31. Oktober 2017