Für die einen eine Trauerfeier, für die anderen ein Schritt in die richtige Richtung. Am ­vergangenen Freitag wurde die im Vorfeld ausgiebig diskutierte Schliessung der Dorfschule mit einer würdigen Feier vollzogen.

Nicht nur Eltern, Gemeinderat und Schulpflege hatten sich zu diesem denkwürdigen Anlass eingefunden, es waren auch einige Geltwilerinnen und Geltwiler anwesend, die keine Kinder mehr an der Schule haben, ­sogar ehemalige Schülerinnen und Schüler waren da.
Auch Behördenmitglieder aus den benachbarten Gemeinden zeigten ihre Anteilnahme, so die Schulpflege Muri mit der Anwesenheit ­ihres Vertreters Herbert Meier, sowie der Murianer Unterstufenleiter Jörg Hauser. Leider musste man bei der Wahl des Datums eine Terminkol­lision mit der Schulschlussfeier in Buttwil in Kauf nehmen, so dass von dieser Seite mit keinen Besuchern ­gerechnet werden konnte.

«Es ist eher wie eine Beerdigung»

Besonders freute man sich über die Teilnahme von Lehrerehepaar Elisabeth und Martin Geiger, die 16 Jahre mit Herzblut die Schule geführt hatten. Dieser hingegen konnte sich nicht vorstellen, was es heute zu ­feiern gäbe. «Für mich ist es eher wie eine Beerdigung.»
Damit sprach Martin Geiger aus, was sicher viele dachten. Noch deutlichere Worte fand Leo Egli aus dem Dorfteil Isenbergschwil, der selber als Kind die Dorfschule Geltwil besuchte: «Ohne Schule lebt das Dorf nicht mehr. Das ist der Anfang vom Ende für die Gemeinde.» Ohne Schule würde es keinen Zusammenhalt mehr geben, so seine Befürchtung.

Grosses Dankeschön

Dementsprechend kam auch beim offiziellen Teil der Feier nicht wirklich fröhliche Stimmung auf, selbst das von den Schülerinnen und Schülern gesungene Lied «If you are happy» klang eher verhalten. Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold hatte die eher ungewöhnliche Aufgabe, nicht nur die dreizehn Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse zu verabschieden, sondern auch noch das gesamte Lehrerteam.
In ihrer Ansprache wünschte sie sich für die Schule keine Trauerfeier, sondern ein Fest, an dem man sich fröhlich und mit guten Erinnerungen von der Schule verabschieden würde. Sie sei sich dem Frust, dem Schock und der Trauer im Dorf bewusst, dennoch wurde die Schliessung schlussendlich akzeptiert, es war ein unvermeidbarer Schritt gewesen.

Wahlmöglichkeit ab Kindergarten

So blieb nur noch, dem gesamten Lehrerteam und vor allem Schulleiterin Manuela Mettler ein grosses Dankeschön auszusprechen für ihren ­unermüdlichen Einsatz. Während ab nächstem Schuljahr die vier Sechstklässlerinnen und ein Sechstklässler natürlich die Oberstufe in Muri besuchen werden, konnten die Eltern der jüngeren Kinder wählen, ob sie den Rest der Primarschulzeit in Muri, Beinwil oder Buttwil verbringen ­wollen. Diese Wahlmöglichkeit wird auch in Zukunft für die Geltwiler Kinder ab der Kindergartenzeit bestehen.

«Gemeinde hat eine Zukunft…»

Gemeindeammann Daniel Appert riss sich nicht darum, eine Ansprache zu halten für etwas, das zu Ende geht. Dennoch fand er die richtigen Worte: «Schätzen wir die Vorteile, die wir in unserer Gemeinde haben und schauen wir nicht auf das, was man nicht mehr hat.» Natürlich würden die Schüler fehlen, das Haus wird für eine gewisse Zeit leer stehen, bis eine neue Lösung gefunden ist. Aber es sei der richtige Weg, man müsse nach vorne schauen. «Die Gemeinde hat eine Zukunft auch ohne Schule», ist er überzeugt.
Fröhlich wurde das Fest nach dem offiziellen Teil dennoch begangen, die Kinder vergnügten sich bei den speziell organisierten Spielmöglichkeiten, besonders das Bullriding und das Hüpfkissen, die Erwachsenen genossen bis in die späten Abendstunden hinein das gemütliche Beisammensein.