Der Preis- und Verdrängungskampf der Baubranche hat Folgen für die P. Weiss & Co. AG in Muri. Nach erfolglosen intensiven Bemühungen musste sich die Firmenleitung zur Schliessung per Ende September durchringen.

«Das Ziel der Firmeninhaber in der dritten Generation, das Baugeschäft auf einem soliden Fundament weiter zu entwickeln, konnte nicht erreicht werden», heisst es in einer Mitteilung des Murianer Bauunternehmens. Den Verantwortlichen blieb nur noch, die Reissleine zu ziehen. «Es war uns leider nicht mehr möglich, auf schwarze Zahlen zu kommen», bedauert Geschäftsleiter Jörg Weiss. Er und seine Mitarbeiter hatten sich zuletzt intensiv bemüht, das vor fast 90 Jahren gegründete Familienunternehmen doch noch auf Kurs zu bringen. Aber weder Neuorganisation noch Umstrukturierungen haben den gewünschten Erfolg gebracht.
Verschiedene Gründe hätten zum Entschluss beigetragen, heisst es in der Mitteilung weiter. «Tatsache ist, dass im Bauhauptgewerbe ein rui­nöser Preiskampf herrscht und der Verdrängungskampf hoch ist.» Für 21 Angestellte bedeutet die Schliessung, dass sie sich beruflich anderweitig umsehen müssen. «Natürlich bringt das einige Härtefälle mit sich», muss Jörg Weiss zugeben. «Aber viele konnten wir anderweitig vermitteln oder frühpensionieren.» Die Fortführung der Lehrlingsverhältnisse ist gesichert.

Einst 50 Angestellte

Es ist das Ende eines Traditionsunternehmens. Die P. Weiss & Co. AG wurde 1928 in Beinwil durch Pius Weiss gegründet. Seit 1962 ist die Firma als Aktiengesellschaft mit seinen Büroräumlichkeiten und dem Werkhof an der Pilatusstrasse in Muri beheimatet. Vor einigen Jahren zählte das Unternehmen noch 50 Angestellte. Zahlreiche Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten waren in den vielen Jahren mit der Firma verbunden. All jenen spricht die P. Weiss & Co. AG in ihrem Schreiben ihren Dank für das Vertrauen aus.
Wie es für Jörg Weiss, Geschäftsleiter der dritten Generation, selber weitergeht, weiss er noch nicht. «Zuerst einmal geht es darum, aufzuräumen», meint er. Ausstehende Arbeiten, Aufwendungen und die Administration sollen bis zur Auflösung sauber abgewickelt werden. Den finanziellen Verpflichtungen, wie zum Beispiel jenen der Mitarbeitenden gegenüber, will man bis im September noch nachkommen. Danach wird die AG als reine Immobiliengesellschaft ohne Angestellte weiterbestehen.