Der überfällige Neubau des Werkhofs Maiholz wird voraussichtlich nächstes Jahr in Angriff genommen. Mit dem Ausgang
des Adler-Pokers und der neuen Investorengruppe sind die Murianer Ortsbürger glücklich. Ihre Herbstversammlung fand am vergangenen Freitag im Dachtheater des Klosters Muri statt.

Es war nicht das einfachste Jahr für die Murianer Ortsbürgergemeinde. Der Frühjahrsfrost setzte dem Rebberg so sehr zu, dass nur ein Bruchteil der gewohnten Weinmenge gekeltert werden kann. Zudem verharren die Laubholzpreise weiterhin in einer Baisse. Diese werden auch nächstes Jahr die Talsohle nicht durchschreiten. Nun zeichnen sich auch sinkende Mieterträge ab. Das und die eine Neubewertung des Liegenschaftsvermögens bringen die Rendite für die Liegenschaft am Caspar-Wolf-Weg unter Druck. All diese Faktoren führen dazu, dass die Ortsbürgergemeinde ein Minus von 61 400 Franken und die Waldwirtschaft von 22 100 Franken budgetieren muss.

Die Ortsbürger bekamen in den komfortablen Kinosesseln des Dachtheaters auch gute Nachrichten zu hören. Der überfällige Neubau des Werkhofs Maiholz wird voraussichtlich 2018 in Angriff genommen. Der alte genüge den Anforderungen, die an einen modernen Arbeitsplatz gestellt werden, schon lange nicht mehr, meinte die Vizepräsidentin der Ortsbürgergemeinde, Milly Stöckli. Es sei eng und das Büro könne nur behelfsmässig geheizt werden: «Es ist entweder tierisch heiss oder saukalt.» IT-Probleme gehörten zum Alltag, es fehlen Duschen und die Sicherheitsvorschriften der SUVA würden nicht alle erfüllt. Der neue Werkhof werde, so Milly Stöckli, vom Fundament abgesehen, ein reiner Holzbau, ein «Zweckbau ohne Schnörkel.» Finanziert werden die Kosten von 1,67 Mio. Franken durch den Kanton und das Projekt wird realisiert durch die Immobilien Aargau. Läuft alles nach Plan, wird der alte Schopf im nächsten Frühling bis Sommer durch das Forstpersonal abgebrochen. Der Neubau mit Garderoben wäre dann im Jahr 2019 bezugsbereit. Die ­Monatsmiete, die die Ortsbürgergemeinde berappen muss, verdoppelt sich von 2000 auf 4160 Franken pro Monat. Milly Stöckli relativierte die Erhöhung jedoch: «Es wurde lange in einem nicht mehr zeitgemässen Gebäude gewirtschaftet.» Zudem muss die Ortsbürgergemeinde Mittel für die Inneneinrichtung von 100 000 Franken bereitstellen.

Text von Thomas Strebel

Mehr im «Freiämter» vom Dienstag, 7. November 2017