Am kantonalen Turnfest unter dem Motto «Us puurer Froid» schmückte ein Brunnen das
Festgelände in Muri. Dieser Holzbrunnen wurde nach den Feierlichkeiten vom TV auf dem Schulgelände in Merenschwand platziert und sorgt nun für Aufruhr zwischen Turnverein und Behörden.

Der TV Merenschwand gelangte dieser Tage mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit, welche für viel Zündstoff sorgt: Der Brunnen, der nach dem Turnfest auf dem Schulgelände aufgestellt wurde, sei heimatlos und suche einen neuen Standort. Wörtlich heisst es:
«Der Holzbrunnen wurde vom Präsidenten des Turnvereins Meren­schwand eigenhändig in zahlreichen Stunden erstellt. Nach dem Turnfest sollte der Brunnen als Geschenk in Merenschwand seinen Platz finden und die Teilnehmer und die Bevölkerung an das gelungene Fest erinnern. Vorgesehen war die Wiese oberhalb der neuen Turnhalle auf dem Schulhausgelände in Merenschwand, für welche die Schulpflege ihre Zustimmung gegeben hat. So fand er dort auch seinen Platz – jedoch nur für kurze Zeit, da der Gemeinderat Merenschwand mit dem Vorgehen nicht einverstanden war. Weil die Anfrage nicht über die Gemeinderäte lief, hat dieser entschieden, dass der Holzbrunnen weg muss. Konkret hiess es, wenn der Brunnen nicht bis Ende Juni vom Schulhausgelände entfernt wird, so müsse der TV Merenschwand die Kosten für die Entsorgung übernehmen. Der Brunnen wurde abtransportiert und steht nun beim Präsidenten zu Hause auf dem Vorplatz.»
Nie ein Gesuch eingereicht
Gemeindeammann Hannes Küng stellte gegenüber dem «Freiämter» klar, dass nie ein Gesuch eingereicht worden sei, weder an den zuständigen Gemeinderat, noch an die Schulpflege. Dies bestätigt Schulpfleger Thomas Heggli per E-Mail: «Die Schulpflege hat die Platzierung des Brunnens auf dem Schulareal zu keinem Zeitpunkt bewilligt. Dem Präsidenten des TV, Adrian Meier, wurde bereits vor der Platzierung des Brunnens mitgeteilt, dass diesbezüglich kein Beschluss der Schulpflege vorliegt und er ein Gesuch beim Gemeinderat einreichen muss.»
Darauf angesprochen, meint Adrian Meier: «Wir haben sowohl mündlich wie schriftlich einen Antrag an die Schulpflege gestellt. Und ebenfalls mündlich wie schriftlich eine Zusage von ihnen erhalten.» Er habe diesen Schriftverkehr aufbewahrt.
Die Kommentare auf der Webseite des Turnvereins stimmen Hannes Küng nachdenklich: «Wenn ich höre, was in der Welt um uns herum geschieht, mit Naturkatastrophen, Flüchtlingsdramen und unberechenbaren Präsidenten, muss ich mich schon wundern, was wir in Merenschwand für Probleme haben.»

Mehr im «Freiämter» vom Freitag, 22. September 2017